Hof Over-Behrens (ehemals Ahrens)

Datenblatt

Landkreis
Osnabrück
Samtgemeinde
Fürstenau
Gemeinde
Bippen
Gemarkung
Ohrtermersch
Orts-/Stadtteil/Lage
Ohrtermersch
Adresse
Talger Weg 2
Objekttyp
Hofanlage
Denkmalstatus
Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
afa09e15-547f-42ff-88d5-a37f5f978920
System-ID
#61736127
ADABweb-ID
45796341
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Die abseits der Straße gelegene, alleinstehende Hofanlage besteht aus einem Wohn-/Wirtschaftsgebäude von 1885, dassüdöstlich von einer Scheune, nordwestlich von einem Stall und westlich, in unmittelbarer Nähe zum Wohngiebel, von einem speicherähnlichem Vorratsgebäude umgeben ist.
Denkmalbegründung
Die Gemarkung Ohrtermersch wurde erst 1772 von der Gemarkung Ohrte als selbstständige Bauerschaft abgetrennt. Sie erstreckt sich westlich von Ohrte, am Nordwestrand der Ankumer Berge. Ausgangspunkt der Besiedelung bildet auch in Ohrtermersch eine dichte Bebauung am Lohbach. Zahlreiche Markkötter komplettieren in Einzellage die in Grundzügen erhaltene Streusiedlung. Richtung Westen schließt ein Heide- und Moorgebiet an, in welchem sich drei Wohnplätze mittelalterlichen Ausbaus befinden: Talge, Haneberg im Süden und Brockhausen im Norden. Zum Wohnplatz Talge mit zwei Vollerben, einem Erbkötter und zwei Markköttern gehört die Hofanlage um das Heuerlingsanwesen Over-Behrens, ehemals Ahrens, welche im ausgehenden 19. Jahrhundert im Rahmen einer Neubauwelle und Neuanlage von Hofstellen entstand. Somit ist der Hof ein wichtiger Bestandteil in der Siedlungsstruktur und Siedlungsgeschichte von Ohrtermersch. Aus einem Versorgungssystem nach dem Dreißigjährigen Krieg heraus entwickelte sich im 17. Jahrhundert das sogenannte Heuerlingswesen - ausschließlich im Nordwesten Deutschlands - welches nach dem Zweiten Weltkrieg - in den 1960er Jahren - sein Ende fand. Gegenüber den großen Hallenhäusern der Erbhöfe verdeutlichen die ehemalige Heuerhäuser insgesamt, die nach gleichem Bautyp in deutlich kleinerer und einfacherer Ausführung errichtet wurden, die einst sozialen Unterschiede im nördlichen, landwirtschaftlich geprägten Osnabrücker Land. Die sogenannten Heuerleute waren Landarbeiter, häufig auch Söhne des Bauern, die den Geschwistern das Hoferbe überlassen mussten. Sie bekamen gegen Abgaben und Arbeitsleistung für den Bauern neben einem Wohnsitz auch ein Stück Land zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Häufige handelte es sich dabei um ein kleines Hauptgebäude, das mit einem wirtschaftlichen Nebengebäude ergänzt wurde. Die Hofanlage Over-Behrens hingegen ist im Vergleich zu den anderen Heuerlingsanwesen eine im Bauvolumen und -bestand recht große Hofanlage, die nahezu vollständig - auch mit den wirtschaftlichen Nebengebäuden - erhalten ist. Das begründet neben der hohem sozialgeschichtlichen Bedeutung auch ihren Seltensheitswert. Die Hofanlage weist zudem mit einem wirtschaftshofähnlichem Platz, um den sich die Bestandteile der Hofanlage anordnen, den typischen Zuschnitt von diesen ursprünglichen Kleinsteinheiten ländlicher Siedlungsstruktur auf. Der funktionale bauliche Zusammenhang zwischen Hauptgebäude und Wirtschaftsgebäuden macht sowohl die wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung sichtbar, als auch die städtebauliche Bedeutung wegen des prägenden Einflusses der einzelnen Bestandteile der Hofanlage auf das räumliche Gefüge. Die kulturraumformende Qualität der Anlage wird zudem durch den überkommenen Baumbestand gesteigert. An der Erhaltung der Hofanlage besteht daher ein öffentliches Interesse.
Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
61736128 | Heuerhaus | Talger Weg 2
61736130 | Scheune | Talger Weg 2
61736133 | Stall | Talger Weg 2
61736135 | Lagergebäude | Talger Weg 2
Literatur
PPN: 02377911X | Seitenangabe:

PPN: 124769098 | Seitenangabe:
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
NFIS|Denkmalatlas.Pro

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