Villa Steinberg

Datenblatt

Landkreis
Hildesheim
Samtgemeinde
Sarstedt, Stadt
Gemeinde
Sarstedt
Orts-/Stadtteil/Lage
Sarstedt
Adresse
Am Steinberg 3
Objekttyp
Villa
Baujahr
um 1900
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
ab423d89-74a4-4863-8c64-5536b0118bdc
System-ID
#61485923
ADABweb-ID
34532937
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Villa Steinberg, auf der Kuppe des Steinbergs mit prächtiger Fernsicht um 1900 errichtet. Stattlicher zweigeschossiger Bau auf fast quadratischem Grundriss unter Walmdach. Die Fassaden sind durch Risalite, Erker und Terrassen lebhaft gegliedert und werden an der Nordwestecke von einem viergeschossigen Aussichtsturm unter hohem Pyramidendach dominiert. Im Einzelnen bestehen die Fassaden aus überwiegend gelblichem Backstein mit grün glasierten sowie roten Backsteinen und teilweise Formsteinen zur Betonung der Gliederungen. Den Mittelrisalit der Haupteingang-Ostfassade bekrönt ein Staffelgiebel. - Das Innere prägen weitgehend bauzeitliche Grundrisse und anspruchsvolle Raumfolgen im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss. Funktionaler und gestalterischer Mittelpunkt ist die zweigeschossige Eingangshalle mit gotisierenden Kreuzrippengewölben sowie Rund- und Wandsäulen aus grün gasierten Formsteinen. Die geschwungene Galerie und eine zweiläufige hölzerne Ziertreppe tragen zum repräsentativen Charakter der Halle bei. Erhalten sind ferner aus der Erbauungszeit die Eingangstüren, durchweg die Holzfenster mit Beschlägen und die Zimmer-Innentüren mit ihren Rahmungen sowie auch ein Dienstboten-Nebentreppenhaus; im Erdgeschoss teilweise Böden mit Schmuckfliesen. Der Turm wird von einer engen Wendeltreppe erschlossen, die im obersten Geschoss ein Aussichtszimmer mit hölzerner Kassettendecke erreicht.
Denkmalbegründung
Die Erhaltung der Villa Steinberg als Baudenkmal liegt aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse. Die schutzbegründenden Bedeutungen bestehen im Rahmen der Ortsgeschichte von Sarstedt aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für die Bau- und Kunstgeschichte des Villenbaus um 1900 sowie städtebaulich wegen des prägenden Einflusses auf das Orts- und Landschaftsbild. Die stattliche Villa Steinberg wurde um 1900 von dem Ziegeleiunternehmer und Landwirt Louis Heyer errichtet, wobei der Bau eine Hügelkuppe mit erheblicher Fernwirkung und prächtiger Aussicht ins Leinetal von Hannover bis Marienburg. Der Entwurf wird dem hannoverschen Architekten und Hase-Schüler Karl Börgemann (1851-1939) zugeschrieben. Ein Merkmal der sog. Hannoverschen Schule sind beispielsweise die typischen Übereckfialen des Staffelgiebels. Ab 1925 erfolgten mehrere den Bau teilweise überformende Umnutzungen (1925 Christliche Volkshochschule, 1933 Erholungsheim, 1936 Alten- und Pflegeheim, 1943 unter NSDAP-Gauleiter Hartmann Lauterbacher Befehlsstelle der Gauleitung Süd-Hannover-Braunschweig, ab 1947/48 Institut für Obst- und Gartenbau der TH Hannover). 1940 zerstörte ein Schadensfeuer das ursprüngliche Mansarddach, das danach vereinfacht als Walmdach mit Schleppgauben wiederaufgebaut wurde.
Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
61778266 | Villenanwesen
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
NFIS|Denkmalatlas.Pro

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