Schloss Ahlden

Datenblatt

Landkreis
Heidekreis
Samtgemeinde
Ahlden
Gemeinde
Ahlden (Aller), Flecken
Gemarkung
Ahlden
Orts-/Stadtteil/Lage
Ahlden
Adresse
Große Straße 1
Objekttyp
Schlossgebäude
Baujahr
1579 - 1705
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
92b3baab-c037-4661-ad57-e60c602d5cee
System-ID
#61395930
ADABweb-ID
32757241
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Dreiflügeliger Komplex zweigeschossiger Bauten mit Satteldächern in roter Pfannendeckung, in Insellage auf fast quadratischem Areal an der Ortseinfahrt im Osten von Ahlden, in unmittelbarer Nähe des Brückenübergangs der Alten Leine. Der älteste Teil der Dreiflügelanlage ist der Südflügel von 1579 (i), der unter Herzog Wilhelm dem Jüngeren zu Braunschweig-Lüneburg gebaut wurde. Es handelt sich um einen Fachwerkbau mit Backsteinausfachung auf einer Findlingsgründung. An seiner westlichen Giebelseite ist der Südflügel brückenartig im Obergeschoss mit dem (jüngeren) Hauptflügel verbunden. Die südliche Traufseite ist teilweise verbrettert, dort mit profilierten Konsolen gestaltet. An der nördlichen Traufseite (zum Hof) findet sich eine reich geschnitzte Fachwerkstruktur mit Knaggen, Füllhölzern, Riegeln, Schwellen und halbkreisförmigen Fächerrosetten unter den Fensteröffnungen im Obergeschoss, die auch farblich gefasst sind. Auf mehreren Ebenen finden sich unterschiedlich profilierte Laubstabmotive sowie gekordelte Brustriegel. Der westliche Hauptflügel entstand 1613 (i) unter Herzog Christian zu Braunschweig-Lüneburg durch den Drosten Johann Behr. Dieser besitzt eine Sandsteinquadergründung, darüber eine hohe Sockelzone in Backstein, das Erdgeschoss in Rotstein; die Fensteröffnungen sind mit Standsteingewänden und Holzrahmungen eingefasst. Mittig angeordnet befinden sich eine korbbogige Toreinfahrt und ein Rundbogeneingang, darüber ein Sandsteinrelief, mit braunschweigisch-lüneburgischem Wappen, flankiert von den Figuren der Justitia und Pietas. Das Dach dieses Flügels ist plastisch gegliedert durch mehrfach vorkragende Giebellösungen im Norden und Süden, dabei an der Südseite teilweise verbrettert, an den Traufseite mit Schleppgauben. Der Nordflügel wurde 1705 nach Entwurf des Baumeisters Johann Caspar Borchmann errichtet. Hierbei handelt es sich um einen Fachwerkflügel mit Backsteinausfachung und quer zum Westflügel angebauten K-Streben; auf verputzter hoher Sockelzone. Das Dach ist mit Viertelwalm getsaltet, an der südlichen Traufseite findet sich ein Dacherker und an der östlichen Giebelseite ein zweigeschossiger Erkeranbau unter Schleppdach.
Denkmalbegründung
Das Schloss Ahlden gehörte zu den „festen Plätzen“ des Landes, der jetzige Standort ist vermutlich seit dem späten 14. Jahrhundert belegt. 1431 wurde das fürstliche Amt Ahlden eingerichtet, das die Verwaltung übernahm und auch die Gerichtsbarkeit ausübte. Zum Amt gehörte auch das Schloss, das von einem Wassergraben umgeben war. Der Bau der heutigen dreiflügeligen Anlage geschah zwischen 1579 und 1705. Es handelt sich hierbei um eine zeit- und regionstypische Gesamtanlage, die v.a. im Südflügel auch einen großen bau- und kunstgeschichtlichen Zeugniswert durch die reich geschmückte Fachwerkfassade, die der Renaissance zuzuordnen ist, besitzt. Eine besondere kulturgeschichtliche Bedeutung hat das Schloss Ahlden zudem als Verbannungsort der hannoverschen Kurprinzessin Sophie Dorothee nach ihrer Scheidung von Kurfürst Georg Ludwig von Hannover 1695, die hier 1726 auch starb. Der Nordflügel, der ein Entwurf von Johann Caspar Borchmann ist, wurde für sie errichtet. Dieser Flügel besitzt somit auch einen besonderen Stellenwert im Werk des Oberlandesbaumeisters der hannoverschen Kurfürsten. Die Erhaltung des Schlosses Ahlden liegt daher aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse.
Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
61386845 | Schlossanlage
Literatur
PPN: 030933706 | Seitenangabe: S. 113
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
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