Speicher II, "Kramers Gut"

Datenblatt

Landkreis
Helmstedt
Samtgemeinde
Helmstedt, Stadt
Gemeinde
Helmstedt
Orts-/Stadtteil/Lage
Helmstedt
Adresse
Stobenstraße 18
Objekttyp
Wohn-/Wirtschaftsgebäude
Baujahr
1605
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
8e37aae5-07a9-4193-8236-7a57eb4e853c
System-ID
#61392419
ADABweb-ID
32711124
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Nordseite der Hofanlage am Langen Steinweg, westlich an Speicher I anschließendes Gebäude von 1605. Dreigeschossiger reich verzierter Fachwerkbau, Erd- und Zwischengeschoss in Geschossbauweise, zweites Obergeschoss in Stockwerksbauweise, auf 0,20 m hohen Werksteinsockel, unter Satteldach in Krempziegeldeckung mit abgeschleppter Gaube mit Lüftungsgitter in ganzer Traufbreite. Gefüge der beiden unteren Geschosse leicht verändert, ursprünglich Fußstreben-Paare. Etwas außermittig ehemalige rundbogige Toreinfahrt, mit Zahnschnittband und Wulst mit Schuppen sowie geschnitzte Wappen mit Inschriften in den Eckzwickeln. Im Obergeschoss aufgeblatteter Brüstungsriegel mit Zahnschnittband und kerbschnittverziertem Wulst. Zweites Obergeschoss 0,40 m vorkragend über Balkenköpfen mit geriefelter Wulst, Füllhölzer und Schwelle mit tiefer, von Wulst gefasster, Schiffskehle. An der Oberkante der Schwelle durchlaufendes Zahnschnittband, Knaggen mit drei Halbrundstäben dazwischen Kehlen. Brüstungsbohlen mit Arkadenmotiv, mittige Ladeluke mit umlaufendem Zahnschnitt- und Schuppenband. Brüstungsriegel wie im ersten Obergeschoss. Schlichte Balkenköpfe mit gleich gestalteten Knaggen am Traufgebälk. Rückwärtig schlichtes Fachwerk, stark verändert, mit einzelnen Fußstreben. Jahreszahl „1605“ auf dem Torbogen.
Denkmalbegründung
Das ehemalige Wohn-/Wirtschaftsgebäude ist 1605 für den Schuster Brandt Müller errichtet worden, und besitzt als ein nobler Gebäudetyp ein reiches Fassaden-Schnitzdekor. Wohl in Folge des Bauernsterbens, meist wohl in Folge von Erbteilungen wurde das Gebäude später durch Zukauf von der Familie Haenichen/ Kramer erworben und in das Hofgut integriert. Hier sind auch die wirtschaftstechnischen Komponenten der Umfunktionierung zum Speichergebäude, wie Lüftungsgitter oder rückwärtige Tore des 19. Jh. erhalten. 1893 wurden „Wohnungen für fremde Feldarbeiterinnen“ in dem schon früher zu Wohn-/Wirtschaftszwecken genutzten Haus eingerichtet. Das Gebäude ist prominent an der ehemaligen Heer- und Handelsstraße positioniert. An der Erhaltung des 1605 errichteten Wohn-Wirtschaftsgebäudes besteht aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung als Zeugnis- und Schauwert für Bau- und Kunstgeschichte sowie Siedlungs- und Stadtbaugeschichte, als hervorzuhebendes ehemaliges Bürgerhaus der Renaissance, aufgrund der künstlerischen Bedeutung für überregional nicht alltägliche künstlerisch-handwerklichen Gestaltwerte, wie auch aufgrund der städtebaulichen Bedeutung von prägendem Einfluss auf das Straßenbild und als Element des räumlichen Gefüges einer Gutsanlage ein öffentliches Interesse.
Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
61380616 | Altstadt (Baukomplex)
61380622 | Hofanlage
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
NFIS|Denkmalatlas.Pro

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