Herrenhäuser Kirche

Datenblatt

Landkreis
Region Hannover
Samtgemeinde
Hannover, Landeshauptstadt
Gemeinde
Herrenhausen
Orts-/Stadtteil/Lage
Herrenhausen
Adresse
Hegebläch 18
Objekttyp
Kirche
Baujahr
1903 - 1906
Personen
Hillebrand, Eberhard
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
6ae5cb22-8079-4b99-809e-2d9eb43e75ab
System-ID
#61289061
ADABweb-ID
30770765
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
In mittelalterlichen Formen gestalteter Saalbau auf Grundriss eines lateinischen Kreuzes mit Verblendung in grob bearbeiteten Sandsteinquadern; gruppiert durch einen Choranbau, Sakristei und Treppenaufgängen zu den Emporen in den Querarmen und im Westarm. Westlich angeschlossen ist eine Eingangshalle über der sich auf rechteckigem Grundriss der Turm erhebt, der von einem hohen schlanken Pyramidendach bekrönt ist. Städtebaulich markant sind auch die vier Gauben mit Uhrenziffernblättern sowie die umlaufende Galerie zwischen Dach und Glockengeschoss. Das vormals Hagringehusen genannte Dorf gelangte durch den Bau der Sommerresidenz der Welfen im 17. Jh. und die Lage an der Bahnstrecke Hannover-Minden bis zum Ende des 19. Jh. zu größerer Bedeutung und wurde 1891 schließlich eingemeindet. Zu diesem Zeitpunkt gehörte Herrenhausen zum Pfarrbezirk Hainholz, woran der Straßenname Herrenhäuser Kirchweg erinnert, und es bestand vermehrt der Wunsch nach einem eigenen Kirchengebäude. 1898 vermeldete Pastor Chappuzeau, dass ein Grundstück aus dem Nachlass der Kollenrott-Stifung (heute Nicolaistift) unentgeltlich zur Verfügung stünde. Ein aus dem Verkauf von Grundstücken stammender Erlös von 138000 Mark wurde auf Vermittlung des Bankiers Alexander Moritz Simon (1837-1905), Gründer der Israelitischen Gartenbauschule, für den Kirchenbau zur Verfügung gestellt. Es gab einen Wettbewerb, den sowohl Eduard Wendebourg (1857-1940) als auch Eberhard Hillebrand (1840-1924) mit ihren Kirchenbauentwürfen gewannen. Schließlich entschied man sich für Hillebrands Entwurf, 1903 war Baubeginn (Februar) und Grundsteinlegung (Oktober). Wie vielfach üblich wurde die Ausstattung des Baus zur Stiftung ausgeschrieben, dabei wurden 15000 Mark für die Orgel vom Herzog von Cumberland gegeben. Die im Mai 1906 fertiggestellte Kirche hatte 930 Sitzplätze und hat 28000 Mark gekostet. Etwa gleichzeitig (1905/06) wurde in der Böttcherstraße für 75000 Mark das Pfarrhaus, ebenfalls nach Entwurf von Hillebrand, fertiggestellt. Die Herrenhäuser Kirche ist eine der wenigen Kirchen im Stadtgebiet, die nur geringe Kriegsschäden davontrugen. So blieb im kreuzrippengewölbten Innenraum die bauzeitliche Ausstattung weitgehend erhalten, in den 1960er Jahren wurde allerdings die Orgel erneuert. Die etwa gleichzeitig übertünchten historistischen Wandmalereien der Gebr. Linnemann wurden 1986 rekonstruiert. Den nach romanischen Hildesheimer Vorbildern gestalteten Radleuchter hat man in der Nachkriegszeit entfernt, 1994 wurde eine Nachbildung angefertigt und am ursprünglichen Platz in der Mitte des Kirchenraums aufgehängt.
Denkmalbegründung
Eberhard Hillebrand, ein bedeutender Vertreter der neugotischen Hannoverschen Schule, gestaltete einen durch die Zentralisierung des Innenraums und die Berücksichtigung der Grundsätze des Eisenacher Regulativs zeittypischen lutherischen Kirchenbau, der bis heute den Ortsteil prägt. Aufgrund des orts-, bau- und kunstgeschichtlichen Zeugnis- und Schauwertes sowie der städtebaulichen Bedeutung besteht ein öffentliches Interesse an der Erhaltung der Herrenhäuser Kirche.
Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
61261398 | Kirchviertel
Literatur
PPN: 030933706 | Seitenangabe: S. 630

PPN: 779105494 | Seitenangabe: 201 - 202

PPN: 476188814 | Seitenangabe: 133

PPN: 601553403 | Seitenangabe: 288 - 289

PPN: 1619528266 | Seitenangabe: 182 - 183
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
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