Schlossgarten Oldenburg

Datenblatt

Landkreis
Stadt Oldenburg (Oldb) (kreisfrei)
Samtgemeinde
Oldenburg (Oldb), Stadt
Gemeinde
Oldenburg
Orts-/Stadtteil/Lage
Oldenburg
Adresse
Gartenstraße 37
Objekttyp
Schlosspark
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
5b8cca7d-9a65-4d87-9a5b-370cec70c66e
System-ID
#61654614
ADABweb-ID
37461033
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Der Oldenburger Schlossgarten geht hinsichtlich erster Ideen auf die Zeit des späten 18. Jahrhunderts zurück. Er wurde als Teil einer städtebaulichen Planung im Auftrag von Herzog Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg aus dem Hause Holstein-Gottorp (1755 - 1829) zwischen einem repräsentativen Villenviertel mit Bauten des hohen Beamtentums und der wohlhabenden Bürgerschaft westlich angrenzend sowie der sich östlich ausweitenden Landschaft des Flusses Hunte entwickelt. Erste Schritte zur Anlegung eines Landschaftsparks beginnen bereits im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts unter der Betreuung des Rasteder Hof- und Handelsgärtners Christian Ludig Bosse (1771 - 1832). Die Umsetzung verzögerte sich zunächst aufgrund der napoleonischen Besetzung des Fürstentums und der daraus folgenden Instandsetzung und Neuplanung durch Hofgarteninspektor Julius Friedrich Wilhelm Bosse (1788 - 1864). Nach heutigem wissenschaftlichem Forschungstand wird 1814 als Jahr der endgültigen Aufnahme des Betriebes angenommen. Der Schlossgarten wurde entsprechend seiner Entstehungszeit im Stil des sogenannten zonierten Landschaftsgartens gestaltet. Ein landschaftlich ausgeformter Wandelgarten mit vielfachen Blicken in die Umgebung und großräumig wirkender Gliederung umgibt ein Zentrum aus Blumen- sowie Obstgarten und einem ummauerten Küchengarten. Abwechslungsreicher Gehölzbestand und die bereits frühzeitig als Besonderheit eingeführten Rhododendren prägen die Anlage. Ein differenziertes Gewässersystem trägt zur Erlebnisvielfalt ebenso bei, wie die zahlreichen Brücken und Pavillons, die gleichzeitig als Blick- und Orientierungspunkte dienen. Nach 1950 erfolgte eine Überformung im Sinne aktueller Stadtparkgestaltung, indem anstelle des Obstgartens ein Rosengarten geschaffen, das Wegesystem leistungsfähiger ausgebaut und südlich eine deutliche Erweiterung vorgenommen wurde. Der Schlossgarten blieb dabei in seiner Grundgestaltung bewahrt und stellt heute aufgrund des überkommenen, in Teilen über zweihundertjährigen Altbaumbestandes sowie der authentisch erhaltenen Gebäudesubstanz einen in Teilen weiterentwickelten, doch konsequent tradierten Landschaftspark der Zeit des frühen 19. Jahrhunderts dar.
Denkmalbegründung
Der Oldenburger Schlossgarten ist ein bedeutendes Zeugnis für die individuelle Ausgestaltung eines so genannten zonierten Landschaftsgartens zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit hohem Schauwert durch beispielhafte Ausprägung. Herzog Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg ließ den Park als Mittel zur ästhetischen Erziehung der Bürger im Sinne der französischen Aufklärung anlegen und in Teilen der Bevölkerung öffnen. Als dem einzigen überkommenen Residenzgarten in Nordwestdeutschland aus der Zeit des Klassizismus vermittelt er über die regionalen Grenzen hinaus in besonderem Maße die enge Verknüpfung von zeitgenössischer Gartenkunst und politischer Selbstdarstellung regierender Fürsten. Der Oldenburger Schlossgarten ist sowohl als Teil der herzoglichen Stadtplanung wie auch der Förderung von Gartenkunst als Angebot zur kontemplativen Freizeitgestaltung der Bürgerschaft zu sehen. Er ist von orts- wie auch landesgeschichtlicher Bedeutung, da er in engem Zusammenhang mit der Regierungszeit Herzog Peter Freidrich Ludwigs steht aber auch von seinen Nachfolgern als Repräsentations- und Kommunikationsort gewürdigt wurde. Der Schlossgarten hat für die Bevölkerung Oldenburgs einen hohen Identifikationswert und vermag aufgrund seiner überlieferten Substanz Geschichte authentisch zu vermitteln. Er ist von prägendem Einfluss auf das Straßenbild und charakterisiert das Erscheinungsbild eines ganzen Stadtbezirks. Insbesondere aufgrund der hohen künstlerischen Qualität der Gestaltung besteht an seiner Erhaltung ein öffentliches Interesse.
Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
61646365 | Schlosspark
Literatur
PPN: 030933706 | Seitenangabe: 1023
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
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