Juleum - Academia Julia Carolina (Universität Helmstedt)

Datenblatt

Landkreis
Helmstedt
Samtgemeinde
Helmstedt, Stadt
Gemeinde
Helmstedt
Orts-/Stadtteil/Lage
Stadtmitte
Objekttyp
Hochschulanlage
Personen
Francke, Paul
Meyerheine, Jacob
Liquier, Adam
Denkmalstatus
Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
5240319c-df6a-4fa7-bcf2-43172ee3a83a
System-ID
#61380644
ADABweb-ID
32632669
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Die Universität Helmstedt wurde 1574 vom Herzog Julius von Brauschweig-Lüneburg, kurz nach seiner Einführung der Reformation 1568, gegründet und 1576, mit kaiserlichen Privilegien ausgestattet, eröffnet. 1575/76 entstanden zwischen der Collegien- und der Bötticherstraße auf dem Gelände des Stadthofes des Klosters Mariental die ersten Universitätsgebäude in Form der Ost-West-Flügel. Das Hauptgebäude des Juleums, eines der bedeutendsten Renaissancebauten Deutschlands, wurde 1592-1597 als Haupthaus und Auditorium vom Architekten Paul Francke errichtet, mit Figurenschmuck vom Bildhauer Jakob Meyerheine. Im Obergeschoss befindet sich heute die ehemalige Universitätsbibliothek, im Untergeschoss das Kreisheimatsmuseum. Den südlichen Abschluss des Universitätsplatzes bildet das ehemalige Gymnasium von 1882, welches als jüngster Bau den Flügel aus dem 18 Jh. ersetzt und die Universität zur Amtsgasse hin abschließt. 1966-70 und Ende der 80er Jahre wurden umfangreiche Restaurierungs- und Renovierungsmaßnahmen an den Universitätsgebäuden durchgeführt.
Denkmalbegründung
Die Academia Julia wurde 1576 von Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg als vierte Universitätsgründung im Alten Reich nach Marburg, Königsberg und Jena, als konfessionspolitische Entscheidung geründet. Die Reformuniversität hatte zunächst den Schwerpunkt der Ausbildung von Theologen sowie Amtsträgern für das Fürstentum, sodass die Fakultäten nach klassischen Gliederung auf Theologie, Jura und Medizin, sowie Philosophie und die sieben freien Künste ausgerichtet waren. Zudem entwickelte sich Helmstedt zur Modeuniversität des niederdeutschen Adels. Viele berühmte Professoren bildeten das wissenschaftliche Gremium, unter anderem Georg Calixt, Hermann Conring oder Johannes Caselius, die Fakultäten waren für ihre wissenschaftliche Arbeit über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Die Universitätsgründung löste einen regen Baubetrieb sowie eine Umstellung der innerstädtischen Wirtschaft auf die Anforderungen der Studierenden sowie Lehrenden aus, deren Prosperitätsphase bis heute stark das Helmstädter Stadtbild dominiert. Aufgrund der Gründung anderer Universitäten, vor allem der Georg-August-Universität in Göttingen 1732, verlor die Academia Julia allmählich an Bedeutung und wurde simultan zum landesweiten Universitätssterben 1810 endgültig geschlossen. Ganz dem Zeitgeist entsprechend folgte die Universität herrschaftspolitisch-repräsentativer Gestaltung der niederländisch beeinflussten Hochrenaissance. An der Erhaltung der Academia Julia besteht aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung im Rahmen der Ortsgeschichte, als Zeugnis und Schauwert für Kultur- und Geistesgeschichte, Bau- und Kunstgeschichte sowie Siedlungs- und Stadtbaugeschichte, aufgrund der künstlerischen Bedeutung als Erlebniswert für überregional nicht alltäglicher künstlerisch-handwerklicher Gestaltwerte sowie pittoresker Arbeit, wie auch aufgrund der städtebaulichen Bedeutung von prägendem Einfluss als Element des räumlichen Gefüges eines Platzes ein öffentliches Interesse.
Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
61389982 | Hochschulgebäude | Collegienstraße 9
61389941 | Hochschulgebäude | Bötticherstraße 2
61389975 | Hochschulgebäude | Collegienplatz 1
61389862 | Gymnasium | Helmstedt, Stadt - Helmstedt
Literatur
PPN: 516034359 | Seitenangabe: S. 103-295

PPN: 684452111 | Seitenangabe:

PPN: 055922422 | Seitenangabe:
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
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