Totenstatt

Datenblatt

Landkreis
Lüneburg
Samtgemeinde
Amelinghausen
Gemeinde
Oldendorf (Luhe)
Gemarkung
Oldendorf (Luhe)
Objekttyp
Großsteingrab
Baujahr
Mittelneolithikum (N)
Denkmalstatus
Teil einer Gruppe baulicher Anlagen (gemäß § 3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
472d3925-820c-42df-85cc-c32a2d7cb2c2
System-ID
#60859898
ADABweb-ID
28930607
Fachbereich
Archäologie
Beschreibung
Etwa 600 m südlich der Oldendorfer Mühle, auf dem hochwasserfreien östlichen Hochufer oberhalb des Zusammenflusses von Luhe und Lopau liegt in der sog. "Totenstatt" ein Großsteingrab. Sprockhoff beschrieb die Anlage im Jahr 1967 wie folgt: "Grab III. Hünenbett in Richtung Nordwest-Südost. Ein 43 m langer und 7 m breiter Erddamm von etwa 1,5 m Höhe wird von wenigen noch in situ stehenden Steinen eingefaßt. Einige Steine der alten Umfassung sind nach außen gefallen, von einer Kammer ist nichts zu bemerken. Krüger nahm an, daß das Nordwestende möglicherweise durch die Anlage des Weges verkürzt worden sei. Staatseigentum". Eine Grabung von Laux im Jahre 1972 ergab, dass an der Nordost-Langseite ehemals 40 Findlinge und an den Schmalseiten je vier vorhanden waren. Im Südost-Teil des Hünenbettes befand sich eine annähernd West-Ost ausgerichtete vier- bis fünfschichtige Steinpackung aus faust- bis kopfgroßen Steinen (Länge ca. 4 m, Breite ca. 2,5 m). Sie bildete offenbar die Abdeckung einer Holzkammer von ca. 3,2 x 2 m Größe, die anhand von Verfärbungen nachgewiesen werden konnte. Um die Holzkammer herum befanden sich mehrere Feuerstellen. 3 m westlich befand sich eine kreisförmige Steinsetzung von der Abdeckung eines Hügelfußes (Durchmesser 4 m), eindeutige Hinweise auf eine Bestattung fanden sich dabei nicht. Im Nordwesten des Hünenbettes befand sich über einer Grube ohne Funde ein langgezogenes Steinpflaster (Länge ca. 11 m, Breite ca. 3 m). Auf dem Steinpflaster fanden sich eine herzförmige Pfeilspitze und ein Flintovalbeil. In der Umgebung der Grube, und zum Teil durch sie zerstört, befanden sich mehrere Feuerstellen, in deren Bereich Flintklingen lagen. In der Hügelaufschüttung, auf der Oberfläche der Erbauungszeit und darunter befanden sich zahlreiche Flintklingen, Abschläge und Kernsteine. 1993 wurde das Hünenbett erneut vermessen und untersucht. Länge des Erdhügels (außen) 55 m, größte Breite (Außenkante zweier einander gegenüberliegender Findlinge) ca. 7,5 m und eine Höhe bis 1,5 m. Ursprünglich wird die Kammer im Nordwesten über den Weg hinausgereicht haben. Auf der Südwest-Langseite befanden sich noch sieben aufrechtstehende Findlinge und vier umgestürzte bzw. herausgebrochene. Das Grab wies mehrere große Eingrabungen vom Steinesuchen auf. An der Nordost-Langseite befanden sich noch 14 aufrechtstehende und mehrere umgestürzte Findlinge. Nach der Dokumentation wurden vorhandene Erosionsschäden beseitigt. Das Großsteingrab kann der Trichterbecherkultur zugewiesen werden und wurde offenbar im Bereich von älteren, mesolithischen Siedlungsspuren errichtet.
Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
60860353 | Grabhügelfeld
Literatur
PPN: 473775972 | Seitenangabe: 61f

PPN: 220137471 | Seitenangabe: 38

PPN: 024348864 | Seitenangabe: 160f
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
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