Gut Osterhausen

Datenblatt

Landkreis
Wesermarsch
Samtgemeinde
Butjadingen
Gemeinde
Stollhamm
Orts-/Stadtteil/Lage
Iffens
Adresse
Osterhausen 1
Objekttyp
Hofanlage
Denkmalstatus
Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
3c324459-1939-4549-9ad3-ea966f6e58ed
System-ID
#61586900
ADABweb-ID
36099473
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Auf einer Wurt liegende Hofanlage, bestehend aus einem großen Wohn-/Wirtschaftsgebäude von 1864-1865 und einem unmittelbar nördlich davon stehenden Pferdestall, beide in Backstein errichtet. Großes Gartengrundstück mit z. T. markantem alten Baumbestand.
Denkmalbegründung
Die Bauerschaft Iffens und das Butjadinger Land waren im 19. Jahrhundert von der Landwirtschaft geprägt, während sich in Brake oder Varel im Laufe des 19. Jahrhunderts Industrie ansiedelte und im Jahr 1867 bzw. 1873 die Städte Bahnanschluss erhielten. Durch die steigende Nachfrage aus den Industriestädten erlebte aber auch die Landwirtschaft einen Aufschwung. Seit den 1840er Jahren wird im Butjadinger Land zunehmend Mastvieh gehalten. Ab 1845 wurde Schlachtvieh ab Brake durch eine Bremer Schifffahrts¬gesellschaft erstmals nach England verschifft. Dies geschah mit Erfolg, so dass der Absatz von Vieh rasant anstieg und ab 1848 auch die englische Robinson-Linie in das Geschäft einstieg. Mit der Errichtung eines weiteren Anlegeplatzes auf dem Atenser Sande, der sog. „Ochsenpiepe“, wird 1858 der Grundstein für die heutige Stadt Nordenham gelegt. Durch den Bau der Bahnstrecken der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn wurde auch der Transport des Schlachtviehs in die Industriestädte des Ruhrgebietes möglich. Das Gut Osterhausen ist ein bauliches Zeugnis im Kontext dieser positiven Entwicklung der Landwirtschaft in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Butjadinger Land. Die auf einer alten Wurt liegende Hofstelle wurde durch die wohlhabende Bauernfamilie Janßen insgesamt neu errichtet. Im Jahr 1864 wurde nach inschriftlicher Datierung zunächst der Wohnteil erbaut und bis 1865 dann der zugehörige Wirtschaftsteil ergänzt. Das stattliche Bauernhaus lässt im Grundriss noch das regionaltypische Niederdeutsche Hallenhaus mit der zentralen Diele erkennen, wobei der Wohnteil durch einen Querflur mit Brandwand abgetrennt und mit zahlreichen, großen Wohnräumen ausgestattet ist. In Abgrenzung zu dem regional traditionellen Fachwerkbau mit Reeteindeckung handelt es sich in Osterhausen um ein backsteinsichtiges Wohn-/Wirtschaftsgebäude mit hohen, eineinhalbgeschossigen Trauffassaden und flach geneigtem, schiefergedecktem Satteldach. Die Fenster- und Türöffnungen sind rundbogig, die kleinen Fenster im Kniestock segmentbogig. Unmittelbar nördlich des Haupthauses steht der ehemalige Pferdestall, der wohl zur gleichen Zeit als Backsteinbau mit ziegelgedecktem Satteldach errichtet wurde. Umgeben sind die Hofgebäude von einem großen Gartengrundstück mit teils altem Baumbestand. Die Gruppe "Gut Osterhausen" und ihre Teile haben eine geschichtliche Bedeutung aufgrund ihres Zeugnis- und Schauwertes für die Baugeschichte, als beispielhafte Hofanlage der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert und für die Volkskunde sowie eine städtebauliche Bedeutung für das Landschaftsbild, daher liegt ihre Erhaltung im öffentlichen Interesse.
Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
61590121 | Pferdestall | Osterhausen 1
61590120 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Osterhausen 1
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
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