Stiftskirche St. Cosmas und Damian

Datenblatt

Landkreis
Region Hannover
Samtgemeinde
Wunstorf, Stadt
Gemeinde
Wunstorf
Orts-/Stadtteil/Lage
Wunstorf
Adresse
Stiftsstraße 5 c
Objekttyp
Kirche
Baujahr
um 1020 - um 1860
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
257c7595-580e-4a4a-b394-3cbe08e0eb2d
System-ID
#61333095
ADABweb-ID
30995531
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Der den Bau der dreischiffigen Stiftsbasilika in Wunstorf heute noch bestimmende Kern stammt aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts. Den Außenbau der spätromanischen Monumentalkirche prägen Mauern aus gelblichen Deistersandsteinquadern, die Fassade des Westriegels ist deutlich archaischer als der mit reicher Bauornamentik akzentuierte restliche Bau gestaltet. Am Westturm lassen sich noch Reste des Vorgängerbaus von 1010 rekonstruieren, er ist jedoch mit dem Neubau im 12. Jahrhundert verändert und in späteren Jahrhunderten immer wieder überformt worden. Nach einem schweren Brand im 14. Jahrhundert mussten der nördliche Querhausarm, Teile des nördlichen Seitenschiffs und die Langhausgewölbe erneuert werden. 1853-1859 wurde in der Restaurierung unter Georg Ludwig Comperl (1797-1859) und Eduard Wellenkamp das baufällig gewordene Südseitenschiff im alten Charakter neu aufgebaut sowie Gewölbe und Bauschmuck nach zeitgenössischem Verständnis und Geschmack überarbeitet. Unter anderem ersetzte die Maßnahme sämtliches spätmittelalterliches und barockes Inventar durch historisierende Ausstattungsgegenstände (Altar, Kanzel, Gestühl). Die einzelnen Baumaßnahmen sind im Äußeren der Kirche mit römischen Ziffern datiert. Der kreuzförmige Grundriss der Stiftskirche setzt sich aus einem querrechteckigen Westriegel, einem ausladenden Querhaus und einer halbrunden Apsis mit Nebenapsiden vor quadratischem Presbyterium im Osten zusammen. Ein niedersächsischer Stützenwechsel antwortet im Inneren auf das Vorbild St. Michaels in Hildesheim aus dem frühen 11. Jahrhundert. Die imposante romanische Bauzier der Stiftskirche des 12. Jahrhunderts findet heute vor allem an den Kapitellen des Langhauses einen Höhepunkt. Darunter befindet sich ein Palmetten-Ringband-Kapitell an den zwei östlichsten Säulen des Mittelschiffs, welches wahrscheinlich in St. Godehard in Hildesheim (in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts) das erste Mal auftritt und von dort aus wohl, ähnlich wie der Stützenwechsel, nach Wunstorf kam. Im Außenbau zahlreiche romanische Friese erhalten.
Denkmalbegründung
Das auf einem Höhenrücken in der Auenlandschaft errichtete Damenstift beherrscht, zusammen mit der westlich gelegenen Marktkirche St. Bartholomäus (erster Bau Ende des 12. Jahrhunderts), das Stadtbild Wunstorfs bis heute nachhaltig. Die Stadt, welche 1261 Mindener Stadtrechte erlangte, entstand nicht aufgrund nahegelegener Handelswege, sondern aus einer Ansiedlung von Handwerkern und Kaufleuten, welche dem Stift dienten. Diese zentrale Bedeutung der Stiftskirche für den Ort Wunstorf ist noch heute an ihrem Standort ablesbar. Als erstes Stift des Bistums Minden nach dem Domstift und allererstes Kanonissenstift im Bistum war Wunstorf außerdem richtungsweisend für die gesamte Region. Dank der erhaltenen romanischen Raumdimensionen des Baus ist seine ursprüngliche Wirkung noch heute gut erlebbar. An der Grundrisslösung sowie anhand der zahlreichen ornamentalen Details lässt sich beispielhaft die ostsächsische Bautradition ablesen, die sich hier vor allem an den Vorbildern in Hildesheim orientiert hat. Durch das Fehlen einer Krypta werden jedoch auch die damaligen Bestrebungen der Reformbewegungen (Hirsau) in Wunstorf deutlich. Das Ensemble St. Cosmas und Damians auf dem Wunstorfer Stiftshügel gilt mit seinen Umformungsarbeiten in den 1850er Jahren unter den Landbaumeistern Comperl und Wellenkamp als eines der frühsten, heute noch erlebbaren Zeugnisse einer Restaurierung historistischer Prägung der Mitte des 19. Jahrhunderts im Raum Hannover. An der Erhaltung der Stiftskirche St. Cosmas und Damian besteht somit aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für Bau-, Kunst- und Ortsgeschichte, wegen der künstlerischen Bedeutung aufgrund der erhaltenen Innenraumgestaltung sowie der besonderen städtebaulichen Bedeutung als platz- und ortsbildprägendes Element ein öffentliches Interesse.
Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
61330140 | Kirchviertel
Literatur
PPN: 030933706 | Seitenangabe: 1421-1425

PPN: 520623169 | Seitenangabe:

PPN: 657474312 | Seitenangabe:
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
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