Ev.-ref. Kirche, ehem. St. Ludgerus

Datenblatt

Landkreis
Grafschaft Bentheim
Gemeinde
Nordhorn, Stadt
Gemarkung
Nordhorn
Orts-/Stadtteil/Lage
Nordhorn
Adresse
Lingener Straße 6
Objekttyp
Kirche (Bauwerk)
Baujahr
1401
bis
1500
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
geschichtlich, künstlerisch, städtebaulich
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
36075461
Objekt-Nr.
59
Fachbereich
Bau und Kunst
Beschreibung
Dreischiffige, dreijochige spätgotische Hallenkirche aus Sandsteinquadern, 1447 geweiht. Vorgesetzter hoher rechteckiger Turm (1489 begonnen) mit Portal und geschweifter achteckiger Haube von 1749, Schiff mit Rundpfeilern und gestelzten Rippengewölben, eingezogener rechteckiger Chor mit 5/8-Schluss. Auf der Nordseite zweijochige Sakristei. Spitzbogenfenster, deren Maßwerk außer am Westturm verloren. Sparsame Bauskulptur, vor allem Schlusssteine. Dachwerk hohe dreifache Stuhlkonstruktion. Im Chor Reste von figürlichen Wandmalereien und in den Gewölben ornamentale Malereien, 15. Jh. Spätgotisches Weihwasserbecken, heute Opferstock. Sandsteinkanzel bez. 1657. Hölzerne Empore bez. 1680. Drei Kronleuchter aus Messing, 18. Jh. Gestühl 19. Jh.
Denkmalbegründung
Als ehemals dem Hl. Ludgerus geweihte mittelalterliche Pfarrkirche Nordhorns ist die ev.-ref. Kirche zusammen mit dem benachbarten, mehrfach erneuerten Rathaus eines der beiden wichtigsten Gebäude der Stadt gewesen. Die Position beider Bauwerke vor den Toren des befestigten Bereiches auf der Vechteinsel harrt noch einer Erklärung. Mit ihrem baulichen Aufwand, der sich in den Dimensionen, der Formensprache und dem hohen technischen Standard der Ausführung spiegelt, ist die Kirche das Hauptzeugnis für einen erheblichen Reichtum Nordhorns im Spätmittelalter und den dadurch ermöglichten Repräsentationswillen. Die gewölbte Hallenkirche ist nicht nur ein typisches Beispiel der Spätgotik, sondern spiegelt in den Einzelformen - den geometrisch vereinfachten Stützen, den gestelzten Gewölben mit ihren gekehlten Rippen und der sparsamen Bauzier, die sich auf wenige Stellen wie Schlusssteine konzentriert - sogar modernste Tendenzen der Architektur der Mitte des 15. Jhs. wider, die zu einer individuellen und künstlerisch hochstehenden Synthese verbunden sind. Damit gehört die Nordhorner Kirche im regionalen Vergleich zu den wichtigsten spätgotischen Kirchen (vgl. Schüttorf und Emsbüren sowie im benachbarten Westfalen St. Dionysius in Rheine). Der etwas jüngere Westturm fällt demgegenüber bei blockhafter Gesamtgestaltung durch reichste Einzelformen wie Maßwerke mit Wirbelrosetten und Fischblasen, Kielbögen, Kreuzblumen und Krabben auf und steht damit für eine völlig andere, aber ebenso moderne Tendenz der Spätgotik. Der vielgliedrige barocke Helm schließlich ist an niederländischen Vorbildern orientiert. Der Turm bezieht aus der Höhe in Verbindung mit der kubischen Form, mit der der Helm wirkungsvoll kontrastiert, eine hohe städtebauliche Bedeutung als unverwechselbares Wahrzeichen Nordhorns. Im Inneren sind nur wenige Reste der Erstausstattung verblieben, dafür zeugen Ausstattungsstücke vom 17.-19. Jh. von der Nutzungsgeschichte der reformierten Gemeinde, aber auch von der Stiftungswilligkeit Nordhorner Bürger und Familien. Aus alldem geht hervor, dass an der Erhaltung des Gebäudes öffentliches Interesse besteht.
Gruppen (ID | Typ | Beschreibung)
42000091 | | Ev.-ref. Kirche mit Kirchhof und Pastorat
Literatur
PPN: 030933706 | Seitenangabe: 995
Weiterführende Links
Projekt Grafschafter Kirchen: 360 Grad Ansichten
Lizenz
CC BY-SA 4.0
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