Hof Elbers (ehemals Hof Teupe)

Datenblatt

Landkreis
Osnabrück
Samtgemeinde
Fürstenau
Gemeinde
Bippen
Gemarkung
Vechtel
Orts-/Stadtteil/Lage
Vechtel
Adresse
Strickamp 11
Objekttyp
Heuerhaus
Baujahr
1798
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
34b0c77d-d24f-4f5a-8539-ea4ca7ef18ec
System-ID
#61735933
ADABweb-ID
45784688
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Abseits gelegener Zweiständerbau, Fachwerkbauweise mit Ziegelausmauerung, Wirtschaftsgiebel einmal vorkragend, Wohngiebel zweimal vorkragend, Satteldach, errichtet 1798 (i). Die Traufseiten im Wohnteil nachträglich durch eine Ziegelwand ersetzt, der Wirtschaftsgiebel erneuert.
Denkmalbegründung
Im Westen von Bippen, unmittelbar an der Grenze zum Emsland und in einer Niederung, liegt die Gemarkung Vechtel. Der Siedlungskern befindet sich in etwa mittig in der Bauerschaft, am Buschbach, der nach Nordwesten dem Westerfreder Bach zufließt. Hier siedelten sich fünf Vollerbenhöfe, zwei Halbererben- und drei Erbkötterhöfe an. Diese Besiedelung wird von einem weiteren Vollerbenhof östlich, im Wohnplatz Kerkamp gelegen, sowie von einem Kranz aus Markköttern ergänzt, die sich im Osten mit vier, im Südwesten und Südosten mit drei - hierzu gehört das Heuerhaus zu Hof Elbers - und am Nordrand locker verstreut mit sieben Anlagen verteilen. Mit einigen Heuerhäusern, Umsiedelungen und Neuanlage von Hofstellen bildete sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit dem Wohnplatz Neustadt ein weiteres Zentrum heraus. Etwa mittig durchstößt die Straße von Fürstenau nach Haselünne die Gemarkung und teilt die relativ vollständig überkommene Siedlungsstruktur im Norden von der südlichen, welche seit den 1920er Jahren mit Neubauten verdichtet wurde. Gleichwohl ist die Kernsiedlung nicht nur für die Entwicklung der Siedlungsstruktur und –geschichte ausschlaggebend, sondern auch für den heutigen Überlieferungswert. Kleine Elemente, wie das Heuerhaus im Strickamp 11, sind dennoch wichtige Bestandteile in der Streusiedlung der Gemarkung Vechtel und haben einen hohen Aussagewert für die Siedlungsgeschichte. In diesen Randbereichen ist die Bausubstanz, im Gegensatz zum Siedlungskern, wo es eine große Konzentration von Zweiständerbauten aus dem 18. Jahrhundert gibt, im Allgemeinen wesentlich jünger. Hier bildet das Heuerhaus, welches 1798 errichtet wurde, eine Ausnahme. Die breite Ständerstellung und die relativ flache Ausprägung der Vorkragungen beider Giebel sind nur zwei baukonstruktive Merkmale eines typischen Zweiständerbaus aus dem 18. Jahrhundert. Das Heuerhaus kann darüberhinaus dem Hof Elbers zugeordnet werden. Die sogenannten Heuerleute waren Landarbeiter, häufig auch Söhne des Bauern, die den Geschwistern das Hoferbe überlassen mussten. Sie bekamen gegen Abgaben und Arbeitsleistung für den Bauern neben einem Wohnsitz auch ein Stück Land zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Das sogenannte Heuerlingswesen entwickelte sich im 17. Jahrhundert und fand nach dem Zweiten Weltkrieg - in den 1960er Jahren - sein Ende. In der Ausprägung der Bauaufgabe und -form beispielhaft, besteht an der Erhaltung des Heuerhauses daher aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung für die Siedlungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte ein öffentliches Interesse.
Lizenz
CC BY-SA 4.0
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