Rittergut Dorstadt

Datenblatt

Landkreis
Wolfenbüttel
Samtgemeinde
Oderwald
Gemeinde
Dorstadt
Gemarkung
Dorstadt
Orts-/Stadtteil/Lage
Dorstadt
Adresse
Rittergut
Objekttyp
Gutshof
Denkmalstatus
Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
34765ae6-74c3-4bc8-9ba2-2d30adb274e1
System-ID
#61429992
ADABweb-ID
33966733
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Das Augustiner-Chorfrauenstift zum Heiligen Kreuz wurde 1189 durch den Edelherren Arnold von Dorstadt mit Genehmigung des Hildesheimer Bischofs Adelog, seines Verwandten, gegründet. Im Laufe des 13. Jahrhunderts erwarb das Stift bedeutenden Grundbesitz, geriet jedoch schnell in Konkurrenz zum benachbarten Stift Heiningen. Mit dem Beitritt zur Windesheimer Kongregation 1465 verschärften sich die Klausurregeln für die adeligen Stiftsdamen. 1523 fiel das Stift infolge des Quedlinburger Rezesses an Braunschweig-Wolfenbüttel. Herzog Julius führte 1568 die Reformation in Dorstadt ein, doch nach der Wiedereingliederung in das Hochstift Hildesheim 1643 wurde das Stift rekatholisiert. Künftig diente die Stiftskirche am südlichen Rand des Klausurbereichs auch als Pfarrkirche für den katholischen Bevölkerungsteil des Dorfes. Nachdem ein Brand am 20. Oktober 1646 sämtliche Klostergebäude zerstört hatte, bemühten sich Domina Rebekka Fleischhauer (1642–1656), Propst Georg Gockeln (1629–1653) und deren Nachfolgerinnen um den Wiederaufbau, der 1705 vollendet war. Der damals geschaffene Gebäudebestand aus schlossartigem Wohnhaus des Propstes, Konventgebäude mit Kreuzgang, landwirtschaftlichen Nutzbauten und dreibogigem Tor ist in großen Teilen erhalten. Die Kirche fiel 1919 einem Brand zum Opfer. Ihr Westturm, der in der Folge einstürzte, war der letzte Bauteil, der auf das Mittelalter zurückging. Nach Auflösung des Stifts und Verkauf durch das Königreich Westphalen 1810 an die Familie Löbbecke wurde die Anlage zum landwirtschaftlich genutzten Rittergut. Dem Zeitgeist entsprechend wurde die Hofanlage in einen Landschaftspark eingebettet.
Denkmalbegründung
Das Rittergut Dorstadt, das den Ort allein durch seine flächenmäßige Ausdehnung schon maßgeblich prägt, geht mit seinen Wohn- und Nutzbauten aus der Barockzeit auf ein Augustiner-Chorfrauenstift zurück, die vormalige Propstei dient als Herrenhaus, die Wohntrakte der Stiftsdamen sind weiterhin bewohnt. Wohlstand und Repräsentationsanspruch des Konvents mit Domina und Propst an der Spitze spiegeln sich gerade in dem gestalterischen Aufwand, der mit den Nutzbauten des landwirtschaftlichen Betriebs getrieben wurde, wider. An der Erhaltung der Gutsanlage besteht aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung im Rahmen von Orts- und Landesgeschichte, aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für Bau- und Kunstgeschichte, durch beispielhafte Ausprägung eines Baustils und aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für Wirtschaftsgeschichte, aufgrund ihrer künstlerischen Bedeutung als Erlebniswert für überregional nicht alltägliche künstlerische Gestaltwerte sowie aufgrund der städtebaulichen Bedeutung der Anlage mit ihrem prägenden Einfluss auf das Ortsbild ein öffentliches Interesse.
Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
61759911 | Wohnhaus | Rittergut 1
61436757 | Wohnhaus | Harzstraße 12
61436761 | Mühlengebäude | Samtgemeinde Oderwald - Dorstadt
61436762 | Park | Samtgemeinde Oderwald - Dorstadt
61436763 | Schweinestall | Samtgemeinde Oderwald - Dorstadt
61436764 | Rinderstall | Samtgemeinde Oderwald - Dorstadt
61436765 | Scheune | Samtgemeinde Oderwald - Dorstadt
61436767 | Nebengebäude | Samtgemeinde Oderwald - Dorstadt
61436768 | Tor (Architektur) | Samtgemeinde Oderwald - Dorstadt
61436769 | Mauer | Samtgemeinde Oderwald - Dorstadt
61436770 | Gartenhaus | Samtgemeinde Oderwald - Dorstadt
61436771 | Wirtschaftsgebäude | Rittergut 1
61436772 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Rittergut 2
61436773 | Herrenhaus (Bauwerk) | Rittergut 3
61436774 | Konventgebäude | Rittergut 4 , 4a, 5
Literatur
PPN: 030933706 | Seitenangabe: 397

PPN: 126170649 | Seitenangabe: 53 - 66
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
NFIS|Denkmalatlas.Pro

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