Klostergebäude; Kloster Isenhagen

Datenblatt

Landkreis
Gifhorn
Samtgemeinde
Hankensbüttel [Sg]
Gemeinde
Hankensbüttel
Gemarkung
Hankensbüttel
Orts-/Stadtteil/Lage
Isenhagen
Adresse
Klosterstraße 2
Objekttyp
Klostergebäude
Baujahr
1346
bis
1726
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
geschichtlich, künstlerisch, wissenschaftlich, städtebaulich
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
33927368
Objekt-Nr.
1
Fachbereich
Bau und Kunst
Denkmalthema
Frauenkloester
Beschreibung
Zweigeschossiger Putzbau, Vierflügelanlage um den quadratischen Kreuzganghof, am Nordflügel die Kirche anschließend. Vom mittelalterlichen Kreuzgang der Nord- und Ostflügel erhalten, mit dreiteiligen spitzbogigen Staffelfenstern zum Hof, der Nordflügel ohne ausgeführte Wölbung, im Ostflügel neun Kreuzrippengewölbe, Obergeschosse ungewölbt. Am Ostflügel im Erdgeschoss der Kapitelsaal, das ehemalige Armarium und die ehemalige Sakristei, kleiner Saal mit nach Osten vortretendem Fünfachtel-Schluss, ehemals mit Kreuzrippenwölbung (eingestürzt). Im Obergeschoss des Ostflügels Nonnen- und spätere Konventualinnenzellen. Die Fortsetzung des Ost- und Nordflügels sowie der gesamte Süd- und Westflügel sind barock, möglicherweise wurde dabei der Hof vergrößert. Zum Hof Korridor, nach außen Wohnungen, im Südflügel Gemeinschaftsräume, das Haupttreppenhaus und das Gartenportal. Am Nordflügel Eingangshalle und Hauptportal mit vorgelagerter Freitreppe. Der Nordflügel nach Westen um die Küche und das Refektorium verlängert, ein Backstein- und z. T. Fachwerkbau unter hohem Satteldach. Im Kloster ein umfangreicher Bestand von Ausstattungsstücken seit dem 13. Jh.: Skulpturen, Altargerät, Möbel, Textilien, Handschriften und Archivalien, z. T. in einem Museum im Westflügel präsentiert. Baubeginn 1346, Wölbung des Kreuzgangostflügels um 1518. Refektorium ebenfalls noch 14. Jh. Der Teilneubau 1723-1726 nach einem Brand 1721.
Denkmalbegründung
Das Isenhagener Klostergebäude ist das einzige in Niedersachsen, das durch ein gleichberechtigtes Nebeneinander von mittelalterlichen und barocken Bauteilen gekennzeichnet ist. Schon die kurz vor der Mitte des 14. Jh. begonnenen und erst im frühen 16. Jh. weitergeführten mittelalterlichen Bauteile, im wesentlichen der Nord- und Ostflügel der ehemals vierflügeligen Anlage, gehören zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen des Landes und stehen den mit allen Flügeln erhaltenen Klausuren von Wienhausen, Lüne und Ebstorf nur wenig nach. Mit ihrer langsamen Baufortführung, die letztlich zu einem unvollendeten Zustand führte, zeugen sie genauso wie die Klosterkirche von den begrenzten finanziellen Mitteln des Konvents; der künstlerische Anspruch ist jedoch sehr hoch, was sich insbesondere in den Einzelformen (vor allem den figürlichen Konsolen und Schlusssteinen, aber auch anderen Einzelelementen wie dem Schmuckfußboden im Kapitelsaal) zeigt. Im Obergeschoss des Ostflügels von Kloster Isenhagen sind auch noch spätmittelalterliche Zellen mit teils frühneuzeitlicher wandfester Ausstattung erhalten, die zusammen mit denen von Wienhausen und Lüne zu den wichtigsten, auch sozialgeschichtlich hochinteressanten Zeugnissen von Nonnen- und Konventualinnenzellen gehören. Nach einem Brand wurden die übrigen Flügel des Klosters - unter Verlängerung auch der beiden stehengebliebenen Flügel und damit Vergrößerung der Anlage - im frühen 18. Jh. neugebaut. Mit den hier eingebauten Appartements könnte der Kontrast zu den mittelalterlichen Bauteilen nicht größer sein; kaum irgendwo sonst lässt sich ein wohngeschichtlicher und formengeschichtlicher Vergleich der beiden Epochen so anschaulich anstellen. Die barocken Flügel von Kloster Isenhagen sind innerhalb der Lüneburger Klöster ein Unikum, denn der barocke Neubau von Walsrode fällt weitaus bescheidener aus, der von Medingen ist dagegen später entstanden und wesentlich anspruchsvoller; gut vergleichbar sind dagegen die barocken Neubauten der fünf Calenberger Klöster. An der Erhaltung des Isenhagener Klostergebäudes besteht ein öffentliches Interesse.
Gruppen (ID | Typ | Beschreibung)
33919854 | Klosteranlage | Kloster Isenhagen
Literatur
PPN: 030933706 | Seitenangabe: 598

PPN: 266704816 | Seitenangabe: 308
Lizenz
CC BY-SA 4.0
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