Stella Maris-Kirche

Datenblatt

Landkreis
Aurich
Samtgemeinde
Norderney, Stadt
Gemeinde
Norderney
Orts-/Stadtteil/Lage
Norderney
Adresse
Goebenstraße 1 a
Objekttyp
Kirche
Baujahr
1931 - 1932
Personen
Böhm, Dominikus (Architekt (m/w/d))
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
1f35063e-e464-4c42-a183-84f7a26c9a7a
System-ID
#61501097
ADABweb-ID
34676092
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Denkmalthema
Bauhaus-Stil Architektengeneration 1880
Beschreibung
Katholische Urlauberkirche, erbaut 1931-32 nach einem Entwurf des Kölner Architekten Dominikus Böhm. Zweigeschossiger Massivbau, frei stehend in geschlossener Blockrandbebauung; kubische Komposition aus einem zur Straße sich öffenden zweigeschossigen Eingangsbau sowie einem von der Straße zurückgesetzten Kirchensaal mit weitgehend geschlossener Fassade, rückwärtig eingeschossiger Bauteil (Wochentagskirche); Fassaden weiß verputzt. Innenraum mit großformatigem Wandbild im Altarraum (Maler: Richard Seewald), gegenüberliegend Besucherempore; Kirchensaal bestuhlt mit Kirchenbänken, ohne Mittelgang, Altarraum um zwei Stufen erhöht und räumlich in Kirchensaal integriert.
Denkmalbegründung
Die Stella Maris-Kirche wurde in der Spätphase der Weimarer Republik als katholische Urlauberkirche erbaut. Mit dem Neubau wurde ein Ersatz für die St. Ludgerus-Kapelle geschaffen, die infolge des Wachstums der Besucherzahlen auf Norderney nach dem Ersten Weltkrieg zu klein geworden war. Die betont schlichte, räumlich den Altar- und den Gläubigenbereich zusammenfassende Kirchensaalgestaltung ist durch Johannes van Ackens Schrift "Christozentrische Kirchenkunst" von 1922 inspiriert, von der wichtige Impulse zur Reform des katholischen Kirchenbaus im 20. Jahrhundert ausgingen. Der Kölner Kirchenbaumeister Dominikus Böhm gehörte zu den wichtigsten Apologeten von van Ackens liturgischen Ideen, und übernahm mit der Urlauberkirche auf Norderney auch baukünstlerische Tendenzen des Neuen Bauens, die in seinem Werk sonst kaum zu finden sind. Die asymmetrische Komposition des Kirchengebäudes, das mit großflächig geschlossenen Putzflächen sowohl innen- als auch außenräumlich eine betont ruhige Wirkung in seinem touristisch geprägten Umfeld entfaltet, entspricht zeitgenössischen Tendenzen der modernen Architektur und überträgt diese in die katholische Liturgiereformbewegung. Mit seinen kubischen Bauformen entwickelt der Bau eine prägnante Figürlichkeit, die außenräumlich einen einladenden Gestus und innenräumlich eine kontemplative Wirkung entfaltet. Das über dem Altar angebrachte Wandbild von Richard Seewald stellt dabei einen integralen Bestandteil der Innenraumkomposition dar. Die Erhaltung der Stella Maris-Kirche liegt wegen ihrer ortsgeschichtlichen Bedeutung, ihres Zeugniswerts für die Kultur- und Geistesgeschichte, ihrer bau- und kunstgeschichtlichen Bedeutung, als Werk des bedeutenden Kölner Kirchenbaumeisters Dominikus Böhm sowie aufgrund ihrer überregional bedeutsamen künstlerischen Gestaltwerte und der künstlerisch wertvollen Innenraumgestaltung im öffentlichen Interesse.
Literatur
PPN: 030933706 | Seitenangabe: 994

PPN: 025106953 | Seitenangabe: 252 - 253

PPN: 1646231937 | Seitenangabe: 145
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
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