Stiftsburg Fürstenau

Datenblatt

Landkreis
Osnabrück
Samtgemeinde
Fürstenau
Gemeinde
Fürstenau, Stadt
Gemarkung
Fürstenau
Orts-/Stadtteil/Lage
Krautgraben
Objekttyp
Burg
Baujahr
undatiert
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
18fd20f1-5fe9-45a1-ad48-e8c3872422d2
System-ID
#60885193
ADABweb-ID
28945694
Fachbereich
Archäologie
Beschreibung
Name: Stiftsburg Fürstenau. Im Niedermoor westlich der heutigen Innenstadt wurde für den Bau der Burg nach dem Abtrag der Torfschicht eine 4 m hohe, annähernd quadratische Sandaufschüttung von 40 m Seitenlänge vorgenommen. Eine 1-1,5 m starke Bruchsteinmauer stützte diese Insel zum 13 m breiten und bis zu 2 m tiefen Wassergraben hin ab. Der Graben wurde durch einen 10 m breiten Wall umrahmt, dessen Innenseite durch eine 3 m breite und noch 1,5 m hoch erhaltene Plaggenmauer mit vorgeblendeter Palisade stabilisiert wurde. Der erste Bergfried stand in der Südwestecke der Insel. Um 1500 ist in den Burggraben ein 1,80 m hoher, umlaufender Gang gemauert worden. Nach Anlage des Ganges ist der Burggraben bis auf einen kleinen Abschnitt an der Südwestecke zugeschüttet worden. Unter dem Ostflügel wurden Reste von älteren Gebäuden dokumentiert. Entgegen der in Sumpfgebieten sonst üblichen Gründung mit Pfahlrosten sind die Gebäude mit großen Findlingen fundamentiert. Von den Eckbastionen sind offenbar nur die Nordost- und Südwestbastion in Stein ausgebaut gewesen. An den anderen beiden Ecken befanden sich Erdwerke ohne Einbauten. Das heutige Schloss aus der Mitte des 16. Jh.s. ist ein nach Westen offener Dreiflügelbau, in dessen Hof vom Tor im Osten eine Durchfahrt führt. Die zweigeschossigen Gebäude sind aus Sandstein mit Kalkputz gemauert. Der heute als Kirchturm genutzte Bergfried befindet sich vor dem Westgiebel des Südflügels. Die Anlage bestand aus der Hauptburg, der Vorburg sowie der Bürgersiedlung, die planmäßig mit einer auf die Hauptburg orientierten Mittelachse geschaffen wurde. Die ehemalige Abgrenzung der Bürger- oder auch Laiensiedlung lässt sich im Stadtplan noch heute gut an den Straßenverläufen bzw. Grundstücksgrenzen nachvollziehen. Als Stiftsburg des Bischofs von Osnabrück zur Sicherung des nördlichen Bereichs des Bistums gegründet, unter Bischof Gottfried von Arnsberg (1321-40) ausgebaut. Anfang des 15. Jh.s. erhielt die Burg zwei mächtige Bergfriede und Pfahlwerk. Unter Bischof Johannes IV. Graf von Hoya zu Stolzenau erfolgte (1533/74) der Ausbau als vierflügelige geschlossene Renaissanceburg. Die Anlage verfügte über vier Eckbastionen mit nach außen abfallenden Glacis sowie über eine im W vorgelagerte Sternschanze. Entsprechend dem besonderen Charakter einer Stiftsburg befanden sich die Wirtschaftsgebäude innerhalb des Burgkomplexes. Nach dem 30-jährigen Krieg verlor die Burg an Bedeutung und verfiel langsam.
Literatur
PPN: 310783801 | Seitenangabe: 113f Kat.Nr. W-E 156

PPN: 030933692 | Seitenangabe: 325f

PPN: 1736324659 | Seitenangabe: 480f

PPN: 134402650 | Seitenangabe: 319 - 324

PPN: 03240316X | Seitenangabe: 121 - 125

PPN: 026476266 | Seitenangabe: 21 - 25
Lizenz
CC BY-SA 4.0
NFIS
NFIS|Denkmalatlas.Pro

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