Nadelwehr

Datenblatt

Landkreis
Göttingen
Samtgemeinde
Hann. Münden, Stadt
Gemeinde
Münden
Orts-/Stadtteil/Lage
Münden
Adresse
Wanfrieder Schlagd
Objekttyp
Wehr (Stauanlage)
Baujahr
1877 - 1881
Denkmalstatus
Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
Bedeutung
Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung
Im Denkmalverzeichnis
Ja
Objekt-ID
104e7efe-eef1-4cec-b820-48c20e5114e5
System-ID
#61700437
ADABweb-ID
41950206
Fachbereich
Baudenkmalpflege
Beschreibung
Historisches Nadelwehr von 1877. Breite von 16 Metern, Stauhöhe 1,72 Meter. 180 Holzplanken; konstruktiv handelt es sich um Böcke, die zu einer stabilen Konstruktion verbunden werden - die einzeln einsetzbaren Holznadeln dienen dazu, das Wasser in Höhe der historischen Steinbogenbrücke aufzustauen; bei steigendem Wasser können die Nadeln auch einzeln entfernt werden, um das Wasser abfließen zu lassen. Nadeln aus fast quadratischen Hölzern (10/10 cm) oben mit einem gerundeten Handgriff. Das Wehr selbst besteht aus einer auf dem Flussbett aufliegenden Sohle aus Bruchstein oder Quadermauerwerk, das mit einem Anschlag oder Schloss für die Nadeln versehen ist. Boden mit längsgerichteter Rinne in die ein hölzerner Rahmeneingelegt und verkeilt wird, der ein hölzerner Rahmen eingelegt und verkeilt wird, der die beweglichen eisernen Böcke trägt. Die Böcke bestehen aus einem eisernen Rahmen mit Diagonalverstrebungen und sind seitlich umlegbar. An den Böcken sind die sog. Nadellehnen, auch Griesholm genannt, angebracht. Oben auf den Böcken lagert der Laufsteg. Die umlegbaren Böcke erhalten an der Wehrsohle Gelenke und sind durch Ketten oder Seile miteiander verbunden mit deren Hilfe sie umgelegt und jederzeit wieder aufgerichtet werden können. Zuvor müssen jedoch die Nadeln und der Lauf- oder Bedienungssteg entfernt werden.
Denkmalbegründung
Das Nadelwehr hat eine geschichtliche Bedeutung im Rahmen der Orts-, Landes- und Nationalgeschichte sowie aufgrund des Zeugniswertes für die Wirtschafts- und Technikgeschichte und besitzt außerdem einen hohen Seltenheitswert. Die Regulierung und Nutzung der Wasserläufe rund um die Altstadt spielt in Hannoversch Münden eine wichtige Rolle. Die ortsgeschichtliche Bedeutung manifestiert sich durch den hier stattfindenden Handel und Warenumschlag sowie den gezielten Einsatz der Vorzüge des Nadelwehres für die Schiffbarkeit und den Hochwasserschutz unter Verwendung von regional vorhandenem Baumaterial. Das Nadelwehr dokumentiert Arbeitsabläufe, insbesondere den manuellen Umgang im Jahresverlauf, an den Wasserbauwerken. Die Schiffbarmachung und Nutzung der Werra und im weiteren Verlauf der Weser als Handelsweg ist aber auch überregional bedeutsam. Der Ausbau der Schiffbarkeit im 19. Jahrhundert ist daher von landesgeschichtlicher Bedeutung. Zusammen mit der Kammerschleuse und der Schlagd ist die Gesamtanlage wegen des ungestörten Überlieferungsgrades sogar bundesweit von Bedeutung. Nur sehr wenige Nadelwehren sind bundesweit erhalten. Niedersachsen ist das einzige der alten Bundesländer, in dem diese Technik überliefert ist. Das Wehr in Hann. Münden ist nach aktuellem Kenntnisstand zudem die älteste erhaltene Anlage. Damit dokumentieren Wehr und Schleuse eindrücklich den Stand der Wasserbautechnik im ausgehenden 19. im Übergang zum 20. Jahrhundert.
Literatur
PPN: 672160242 | Seitenangabe: 372 - 391
Lizenz
CC BY-SA 4.0
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